„Wie Saigon 1974“

In der gesamten Sahelzone von Mali, Burkina Faso über Niger bis zur Region rund um den Tschadsee, wo Nigeria, Kamerun und Tschad aufeinandertreffen, sind Millionen von Menschen auf der Flucht vor den sich ausbreitenden Angriffen terroristischer Gruppen. Sie sind immer besser vernetzt, und die Strategen der Terrorbekämpfung erscheinen immer ratloser.

„Seenotrettung: Chatten, um Leben zu retten“

Das Alarmphone ist eine ständig erreichbare Telefonnummer, die Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer anrufen können, sobald sie in Seenot geraten. Heute gibt es über 200 Aktive, die in Europa und Nordafrika im Acht-Stunden-Takt Schichten übernehmen, Notrufe annehmen, Seekarten studieren, und europäische Küstenwachen kontaktieren, damit diese den Schiffbrüchigen zu Hilfe eilen.

Libyen: Migranten als Kanonenfutter

Die UN-Flüchtlingsorganisation hat Beweise dafür, dass beide Parteien im libyschen Bürgerkrieg Migranten in den Lagern nötigen, an ihrer Seite zu kämpfen. Wenn nicht, drohe ihnen unbefristete Haft. Die Rekrutierung erfolgt durch sudanesische Kombattanten, welche die Migranten vor die Alternative stellen: entweder ihr kämpft oder ihr bleibt für eine unbestimmte Periode eingesperrt. Lt. UNICEF gilt das auch für Kinder und Jugendliche.

Relaunch: Migration Control

Die ursprünglich von der taz aufgebaute Webdokumentation „Migration Control“ wird seit 2019 aktualisiert, überarbeitet und zu einem kooperativen Projekt weiterentwickelt. Beteiligt ist ein transnationales Netzwerk von antirassistischen Initiativen, NGOs und Forschungsgruppen aus mehreren Ländern.

Zum Libyen-Gipfel in Berlin

Zu den interessantesten Entwicklungen der Berliner Konferenz gehört, dass Außenminister Maas eine Wiederbeledung der Operation „Sophia“ ins Spiel gebracht hat – auch wenn er derzeit wieder zurück rudert. Damit müsste die EU auch wieder Verantwortung für die Seenotrettung übernehmen.