Lampedusa: „Hunderte jeden Tag“

Italiens Insel Lampedusa ist Hauptziel der neuen Migrationsbewegung aus Tunesien. Die lokalen Behörden nennen die Situation „unkontrollierbar“. Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese fügte hinzu, dass durch die unkontrollierte Einwanderung ernsthafte Probleme für die gesundheitliche Sicherheit Italiens entstünden, und schickte die Armee nach Sizilien. Die Panikmache der Ministerin steht im Gegensatz zu der Aussage von Epidemiologen, denen zufolge trotz der vielen ankommenden Boote kein Grund zur Sorge über eine durch die Migration verursachte Verbreitung von Corona besteht.

56 Tote bei Schiffskatastrophe vor tunesischer Küste

56 Menschen sind bei dem Versuch, mit einem überfüllten Boot von der tunesischen Küste aus Italien zu erreichen, ums Leben gekommen. Anders als bei der Haverie am 15. Juni, bei der ein umgebautes Fischerboot gesunken und über 60 Boat-people ertrunken waren, handelte es sich bei den Passagieren jetzt nicht um Afrikaner*innen aus Ländern südlich der Sahara, sondern ausschließlich um tunesische Jugendliche auf der Flucht vor den sozialen und politischen Problemen in ihrem Heimatland. Die meisten stammten aus den Regionen, in denen vor fast zehn Jahren der Aufstand begann, in dessen Folge das Regime des ehemaligen Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali stürzte. Trotz der hohen Zahl der Opfer haben nicht einmal tunesische Medien über das Unglück berichtet.

Neuauflage des EU-Türkei Deals mit Libyen

Mitte Juli war die italienische Innenministerin Lamorgese in Tripolis und hat dem international anerkannten libyschen Präsidenten Al-Serraj versichert, dass die von der EU gegenüber der Türkei eingegangenen Verpflichtungen in Sachen Migrationsabwehr auch für das zentrale Mittelmeer gelten könnten.

1000 Ankünfte in Lampedusa

Auf der süditalienischen Insel Lampedusa wächst die Zahl der Boote mit Migranten, die direkt die Insel erreichen. Circa 1.000 zum Großteil tunesische Migranten sind seit Mittwoch auf der Insel eingetroffen. Sie wurden im Hotspot Lampedusas untergebracht. Fünf Boote mit insgesamt

„Europa verschiebt seine Grenzen immer weiter“

Beitrag von Sofian Naceur in der taz, 23.07.20: Über verschiedene Kanäle und Verträge rüsten Deutschland und die Europäische Union Tunesiens Grenzschützer aus, um Flüchtende möglichst ganz von Europa fernzuhalten Trotz Covid-19-Krise wird die EU-Grenzauslagerungspolitik derzeit weiter massiv vorangetrieben. Im Rampenlicht

„Pleite und aggressiv“

Mit Massenfestnahmen und der Einführung des Straftatbestandes der »Verbreitung falscher Nachrichten« geht das algerische Regime gegen die Protestbewegung vor. Derweil droht der Staatsbankrott. Von Bernhard Schmid, Jungle World 02.07.20 Im Frühjahr hatte die Pandemie für die Behörden in Algerien den