Der „Dschungel von Calais“

Michel Agiers Buch gilt als Standardwerk zum Thema und ist bislang bereits in einer französischen, englischen und italienischen Fassung erschienen. Es ist das Ergebnis einer Kollektivarbeit, die neben anthropologischen auch historische, soziologische, architektonische/urbanistische und politische/aktivistische Perspektiven einbezieht.

„Dörfer der Solidarität“ in Rom

Simona Pagano, „Nomadin-Sein“ im „Dorf der Solidarität“. Eine kritische Ethnographie zu Camps für Rom_nja in Rom“ ist im Universitätsverlag Göttingen erschienen. Die Publikation ist Open Acces. Als Dörfer der Solidarität werden insbesondere in Rom, meist mit Wohncontainern ausgestattete, eingezäunte Camps

Grande-Synthe, Nordfrankreich: über 800 Menschen von Zwangsräumung bedroht

In der nordfranzösischen Stadt Grande-Synthe, eine der Städte, in denen sich Migrant*innen seit der Räumung des Calaiser Jungles 2016 ansiedeln, droht  mehr als 800 Migrant*innen und Geflüchteten die Zwangsräumung. Unter ihnen sind rund 50 Familien mit Kindern und circa 130 unbegleitete Minderjährige. „Wir sind besonders besorgt über den Ablauf dieser Evakuierungsaktion und die Zukunft der Menschen, die zurückkehren werden. Denn ohne angemessene und nachhaltige Lösungen wird diese neue Evakuierung nur zu einer größeren Unsicherheit führen.“, schreiben Unterstützungsorganisationen in einem offenen Brief.

Migrant*innen in Frankreich: obdachlos und ohne Zugang zu Grundrechten

In einem Manifest verurteilen mehr als 40 karitative französische Verbände, Organisationen und Gruppen die von den staatlichen Autoritäten provozierte Wohnsituation von Migrant*innen und Geflüchteten. Sie konstatieren den Anstieg der Zahl der Menschen, die auf der Straße leben, in besetzten Häusern ausharren und in Slums und Zeltstädten unter unwürdigen gesundheitlichen und sozialen Bedingungen ums Überleben kämpfen. Anhand zweier Camps in Paris verdeutlicht die französische Zeitung l’Humanité die Lebensbedingungen: der Zugang zu Sanitäreinrichtungen sei nicht existent, Müll, Nagetiere und die drückende Hitze machen die Menschen krank. Das Fazit des Manifests: „Die Verschlechterung der Aufnahme- und Unterstützungsbedingungen für die am stärksten gefährdeten Personen und Familien wird zu einer Methode der Behörden, um Asylbewerber abzuschrecken.“ Dass die Situation für mindestens 10.000 Menschen so prekär sei, sei ein reines Politikum.